Immer mehr häusliche Gewalt – was tun?

 

Drei Plakate für die neue Kampagne "Nicht okay. Nicht egal. Nicht deine Schuld“. Foto: Arne Bicker
Drei Plakate für die neue Kampagne „Nicht okay. Nicht egal. Nicht deine Schuld“. Foto: Arne Bicker

 

Den seit der Corona-Krise auch in Freiburg beständig steigenden Fallzahlen an häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt begegnet die Stadt Freiburg jetzt mit einer Aufklärungs- und Informationskampagne. „Nicht okay. Nicht egal. Nicht deine Schuld“ heißt die Aktion, mit der die südbadische Stadt gemeinsam mit großem Netzwerk die Istanbul-Konvention von 2011 weiter umsetzt.

Gewalt gegen Frauen, Kinder und queere Menschen gehört leider auch in Freiburg für viele Betroffene zum Alltag. Häusliche Gewalt, sexuelle  Belästigung, digitale Gewalt oder Übergriffe im öffentlichen Raum sind keine Einzelfälle. Mehr als 70 Akteur*innen arbeiten inzwischen an der Umsetzung eine Freiburger Acht-Punkte Plans zur Istanbul-Konvention mit.

Während ausgerechnet die seinerzeit gastgebende die Türkei diese Konvention im März 2021 wieder verlassen hat und gerade in diesen Tagen einen CSD in Istanbul mit Polizeigewalt unterdrücken ließ, will Freiburg noch mehr Sensibilität und Sichtbarkeit schaffen. Sechs verschiedene Plakatmotive und intensive Social-Media-Arbeit sollen für die nötige Sichtbarkeit sorgen.

Dies sind die acht priorisierten Maßnahmen des Freiburger Aktionsplans, der auch die zumeist männlichen Täter in den Blick nimmt:

(1) Mit „StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt“ engagieren sich Ehrenamtliche in Freiburg-Weingarten gegen häusliche Gewalt und informieren über Hilfsangebote.

(2) Die sozialpädagogische Arbeit mit Jungen* und jungen Männern wird ausgebaut, um Geschlechterrollen zu reflektieren und Gewaltprävention zu stärken.

(3) Das Präventionsprogramm Pugs+ wird in Kindertageseinrichtungen eingesetzt, um Kinder, Eltern und Fachkräfte für häusliche und sexualisierte Gewalt zu sensibilisieren.

(4) Bei der Fachstelle Intervention gegen häusliche Gewalt (FRIG) entsteht eine Kompetenz- und Fortbildungsstelle für Fachkräfte und Multiplikator*innen die auch öffentliche Veranstaltungen und Fortbildungen anbietet.

(5) Fachtage und Dialogveranstaltungen stärken die Zusammenarbeit zwischen Fachstellen, Gesundheitswesen, Polizei, Justiz und Zivilgesellschaft.

(6) Gemeinsam mit dem SC Freiburg findet am 21. Juli ein großer Schulaktionstag gegen Gewalt für Freiburger Schüler*innen statt.

(7) Die Täter*innenarbeit wird durch neue Angebote zu Stalking und sexualisierter Gewalt erweitert. Zudem wird die Zusammenarbeit mit Polizei und Beratungsstellen ausgebaut.

(8) Die Kampagne, die den dringenden Handlungsbedarf für mehr Gewaltschutz öffentlich macht und Hilfsangebote kommuniziert.

=> Direkte Hilfe

=> Weitere Infos